Kategorien
Allgemein

Benjamin Seidel / Serena Ferrario

Ausstellungseröffnung 17.05.2013

_MG_7950KLEIN _MG_7937KLEIN

Flyer

Text von Anna Bauer

Wir haben hier eine kleine Schaden
Umher schwirrende amorphe Kugeln und Planeten, skurrile Köpfe – eine  surreale Animation fliegt über eine Armee nackter Frauen hinweg. Das Ganze  wird überwacht vom skeptischen Blick der Künstlerin. Die darunter befindlichen Abzüge der Frauen sind das Produkt der  Vervielfältigung einer einzigen Fotografie. Es handelt sich um die  hyperästhetische Aufnahme eines Modells in provokativer Pose. Ihre seltsame,  exakte Haltung und die perfekte Ausleuchtung lassen die Frage nach dem Kontext der Entstehung aufkommen: Welche Rolle spielt sie hier, die des erhabenen skulpturalen Objekts oder doch eher der angriffslustigen Amazone? Ganz im Gegensatz dazu stehen die sensiblen Aktfotografien im hinteren Teil
des Ausstellungsraumes. Bei genauer Betrachtung lassen sich auf den Körpern der Dargestellten feine Abdrücke von Unterwäsche erkennen. Kleine Schäden der Haut. Sie stören die Perfektion des Bildes und geben dabei doch einen Eindruck größerer Intimität.
Zeigen, dass das Ausziehen gerade erst stattgefunden hat und erinnern noch an  die Kleidung, die diesen Abdruck – diesen Schaden an der so empfindlichen  Oberfläche eines Menschen – hinterlassen hat. Die Arbeiten des Fotografen Benjamin Seidel (geboren 1984 in Lüneburg, lebt  in Braunschweig) sind Ausdruck einer Suche. Egal ob im vertrauten Umfeld des  privaten Wohnraumes oder in der professionellen Arbeitsatmosphäre eines  Fotostudios ist es die Suche nach Intimität. Nach einem privaten Moment, der  mehr zeigen kann als den Körper eines Modells.