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Jochen Isensee / Adrian Schedler

Ausstellungseröffnung 19.05.2010

Werkgespräch mit Susanne Bürner

Video: J.Isensee, Foto: J. Meinold

Bild: A. Schedler, Foto: J.Meinold

 

Das Bild eines Baumes im Wandel der Zeit. Diffus wechselt das Licht. Minimale Verschiebungen des Bildmittelpunktes verwirren den Blick. Erst langsam wird deutlich, es handelt sich nicht um einen in der Zeit gerafften Ablauf. Fotos, digital nachgearbeitet und mit Sound unterlegt, sind in diesem Werk collagiert.
Alsbald öffnet sich der Blick für die Umgebung. So wechselt zwischen Wetterlagen, Tages- und Jahreszeiten auch die Perspektive der Betrachtung immerwährend. Die so entstehenden Brüche finden ihren Fokus stets wieder auf der alten Eiche, jedoch wird die manipulierte Medialität der Arbeit für den Betrachter immer wieder evident. Schließlich werden auch die Ausstellungsräume, in denen Raum. Zeit. bisher gezeigt wurde, vom Künstler gefilmt und zu einem Teil der Videoarbeit. Die Wahrnehmung des Raumes erweitert vom Video selbst auf den Ausstellungskontext. So wächst die Arbeit im Laufe der Zeit, um doch letztlich immer wieder die mächtige Eiche zu fokussieren, gerahmt von den ineinandergreifenden Situationen. Die gezeigten Handlungsräume verlieren sich in dieser verschachtelten Raum-Videoinstallation. Was bleibt, ist eine Ahnung von den räumlichen Dimensionen der vergehenden Zeit, in deren Abmessungen sich ein Kreislauf in stetigem Wandel der Gestalt vollzieht.
So lädt Jochen Isensee den Betrachter ein, sich zu setzen und dem Strom der Zeit beizuwohnen. Der Künstler verdeutlicht mit seiner Arbeit die komplexen Zusammenhänge von Raum und Zeit und gibt dem Betrachter die Möglichkeit, das eigene Empfinden dafür zu überdenken und zu erweitern. Bisher wurde die Arbeit, die nun 2010 in Braunschweig im Schnittraum zu sehen ist, auf der Ausstellung “Text Inn” im Jahre 2007 in Braunschweig und im Mai 2009 im Organ House in Chonqqing (China) gezeigt.

Werkgespräch mit Susanne Bürner, Foto: J.Meinold